Zucker, Zähne, Zitrusfrüchte

Unsere Ernährung beeinflusst lebenslang unsere Körpergesundheit, auch die unserer Zähne. Bereits in Schwangerschaft und Stillzeit werden die Zähne des Kindes angelegt; daher muss während dieser Zeit eine ausreichende Versorgung der Mutter mit den Nährstoffen, die für die Bildung der Zahnsubstanz essenziell sind, gewährleistet sein. Zwischen dem achten und zehnten Lebensjahr wird die Schmelzbildung abgeschlossen. Durch Zugabe von Fluorid in Form von Tabletten kann der Schmelz gestärkt werden und härtet besser aus.

 

Um einer Karies vorzubeugen, sollten Kinder und Erwachsene auf zuckerarme Mahlzeiten und Getränke achten. Zucker- und stärkehaltige Speisen bieten den Bakterien unserer Mundhöhle die Grundlage fur die Säureproduktion, die wiederum Karies nach sich zieht. Durch sorgfältiges und intensives Kauen wird mehr Speichel produziert und der Zahnhalteapparat gefestigt. Deshalb sind Vollkornprodukte, die ja auch aus Kohlenhydraten bestehen, günstiger als klebrige, weiche Stärkeprodukte aus Weißmehl.

 

Künstlicher und natürlicher Zucker

Auch die Art der Kohlenhydrate trägt entscheidend dazu bei, Karies auszulösen. Das wichtigste Süßungsmittel stellt Saccharose dar, welches als Karies auslösend (kariogen) gilt. Auch andere Formen von Zucker – wie Glucose, Fructose und Lactose – die zwar leicht verdaulich sind, greifen den Zahnbelag an. Heutzutage gibt es viele Substanzen, die nicht oder als wenig kariogen gelten und als Süßungsmittel verwendet werden konnen. Diese so genannten Zuckeraustauschstoffe sind in vielen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten.

Am häufigsten werden Sorbit und Xylit verwendet. Sorbit hat weniger Kalorien und eine geringere Süßkraft als Haushaltszucker und wird oft in Diabetikerlebensmitteln verwandt. Xylit befindet sich neben Sorbit als natürlicher Zuckeralkohol in vielen Gemüsesorten (u.a. in
Blumenkohl) und Früchten. Klinische Studien haben Xylit sogar eine Karies reduzierende Wirkung nachgewiesen.

Cola enthält viel Phosphorsäure, welche ungünstig fur die Zähne ist. Die Phosphorsäure greift deren Kalziumschicht an. Werden anschließend gleich die Zähne geputzt, kratzt man den Schmelz förmlich ab. Bei hohem Saftverzehr kann Ähnliches passieren. Phosphat behindert die Kalziumaufnahme in die Knochen, da Phosphorsäure und Kalzium ein Salz bilden, das der Körper nicht verwerten kann. Warten Sie daher ruhig etwas ab bevor Sie zur Zahnbürste greifen.

 

Die richtige Dosierung

Fur die Kariesprophylaxe durch Ernährung empfiehlt es sich also, die Zucker- und Säurebelastung möglichst gering zu halten. Das gelingt am besten durch eine vollwertige, abwechslungsreiche Mischkost, die genügend Mikronährstoffe enthält. Je vielfältiger eine Mahlzeit zusammengesetzt ist, desto besser gelingt die Neutralisation von Säuren. Drei Hauptmahlzeiten ergeben kürzere Kontaktzeiten zwischen Nahrung und Zähnen und längere Regenerationszeiten fur den Zahnschmelz. Wenn es dann doch ab und an Süßigkeiten sein sollen, ist es sinnvoll diese als „Nachspeise“ unmittelbar nach der Hauptmahlzeit einzunehmen. Das mediterrane Ritual, die Mahlzeit mit einem kleinen Stück Hartkäse zu beenden, bringt Kalzium und andere Mineralien in den Speichel und dient damit der Oberflächenregeneration der Zähne.

Mehrere Portionen Obst und Gemüse während der Hauptmahlzeiten unterstützen auch den Erhalt eines gesunden Zahnfleisches. Nicht nur der Speichelfluss wird durch Kauen roher Pflanzenteile angeregt, auch die darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe helfen Zahnfleischentzündungen zu verhindern. Ebenfalls nicht ohne Einfluss auf Speichelfluss und Mundgeruch ist die tägliche ausreichende Trinkmenge, die zahnfreundlich aus Wasser bestehen sollte.

Resultate einer ausgewogenen Ernährung:

+ weniger Zahnschmelz angreifende Substanzen
+ gesündere Mundflora
+ natürlicher Speichelfluss

 

 

Copyright Texte und Illustrationen: nexilis verlag GmbH, Berlin

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